Autorenanmeldung

Urlaubsidee: 100-jähriges Titanic-Jubiläum zu Lande

Zum Titanic-Jubiläum 2012 wird es zahlreiche Jubiläumsfahrten per Kreuzfahrtschiff geben. Eine Jubiläumstour zu Lande, per Flugzeug und Zug kann hierfür eine sinnvolle Alternative sein.

Die Vorbereitung des 100. Jubiläums der Titanic-Katastrophe am 15. April 1912 beschäftigt derzeit sowohl die Reiseveranstalter als auch die Orte, die von diesem Unglück betroffen waren. Die spektakulärsten Reisen, eine Titanic-Gedenkreise oder Tauchgänge zum Wrack des Luxusliners sind, obwohl keinesfalls preiswert, bereits vollständig ausgebucht. Viele Reiseveranstalter versuchen nun nachzurüsten und weitere Titanic-Reisen zur See, etwa die Strecke zwischen Halifax und New York, die die Titanic nicht mehr „geschafft“ hat, anzubieten. Aber auch diese sind inzwischen nahezu ausgebucht. Gute Chancen gibt es dagegen noch für Reisende, die Schicksal der Titanic zu Lande nachverfolgen wollen. Auf diesem Wege werden sie zudem deutlich mehr Erinnerungsstücke sehen können, als auf einer Jubiläumsfahrt zu Wasser.

Southampton: die Heimat vieler Titanic-Matrosen

Wer eine solche Gedenkreise über den Land- und Luftweg plant, hat eine Reihe von Möglichkeiten. Er kann beispielsweise dort starten, wo die Titanic am 10.April zu ihrer Jungfernfahrt gestartet ist: in Southampton. Nahezu ein Drittel der Titanic-Opfer, große Teile der Schiffsmannschaft, stammen aus diesem Ort. Das Maritime Museum der Stadt hat bereits eine beeindruckende Sonderausstellung zur Titanic aufgebaut. Doch man will selbst übertreffen: Im Jahr des Unglücksjubiläums, 2012, eröffnet ein eigenes Titanic Museum das nach Angaben der Stadt ungefähr 4000 originale Ausstellungsstücke wie Geschirr, Briefe und Speisekarten präsentieren soll. Auch Video- und Ton-Aufnahmen mit Erinnerungen von etwa 70 Überlebenden sollen dort verfügbar sein.
Die zweite Station der Titanic war das französische Cherbourgh. Dort stiegen 274 Passagiere zu. Ob man diese Station in die Reise einbezieht, ist eine Ermessensfrage. Die Stadt will zum Titanic-Jubiläum gleichfalls ein eigenes Museum präsentieren. Dass man dort jedoch viele originale Dokumente und Materialien sehen können wird, die man in den anderen Museen nicht sieht, ist eher unwahrscheinlich.

Queenstown: die letzte Anlegestelle

Das nächste Besuchsziel könnte das südirische Cobh unweit von Cork sein: In diesem Ort, der damals Queenstown hieß, hat die Titanic ihre letzten Passagiere aufgenommen. Cobh hat einen Titanic-Trail, der alle wichtigen Häuser, Plätze und Denkmäler vorstellt, die mit der irischen Auswanderung zu tun haben. Selbstverständlich gibt es dort auch ein eigenes Titanic-Denkmal. Für Cobh wurde der Titanic-Untergang durch eine Katastrophe überschattet, die den Ort weit mehr berührt hatte: der Untergang des Passagierschiffes Lusitania, das 1915 von einem deutschen U-Boot torpediert worden war. Von den Opfern dieser Katastrophe sind dort 170 auf dem Clonmel Cemetery begraben.

Belfast: im Titanic-Taumel

Nicht fehlen sollte in einer Titanic-Gedenkreise der Ort, an dem die Titanic gebaut wurde: Belfast. Die Stadt befindet sich im Titanic-Fieber. Sie hat bereits ein ganzes Hafenviertel nach dem Unglücksdampfer benannt und bietet in gleich zwei Museen Sonderausstellungen zur Titanic an: im „Transport-Museum“ und im „Folk Museum“. Das erstere bietet Fundstücke, Fotos und technische Angaben zur Titanic; das zweite widmet sich stärker der Zeitgeschichte. Im Bau ist ein futuristisches Gebäude, „Titanic Belfast“, das, je nach Perspektive an das Schiff, die Werft und die Gesellschaft „White Star Line“ erinnern soll. Das Gebäude, das mehrere Titanic-Erlebnistouren beherbergen soll, wird 2012 eröffnet. Unter www.titanicbelfast.com kann man die sekundengenaue Zeit bis zur Eröffnung nachverfolgen. Die Titanic wurde, noch fast ohne alle Aufbauten, in Belfast am 31. Mai 1911 zu Wasser gelassen. Dieses Jubiläum dort bereits ausgiebig gefeiert.
Die wichtigste Station jenseits des Atlantiks ist das kanadische Halifax, ein Ort, den die Titanic nie anlaufen sollte. Dennoch verband sich sein Schicksal eng mit dem des Schiffes. Die Hauptstadt Nova Scotias war der nächstgelegene größere Hafen zum Unglücksort. Vom kanadischen Halifax, der Hauptstadt von Nova Scotia liefen mehrere Schiffe zum Katastrophenort aus, der etwa 1200 Kilometer entfernt ist. Fast einen Monat lang suchten sie dort nach den Opfern. Viele der geborgenen Leichname wurden auch in dieser Stadt begraben. Halifax hat weltweit größte Anzahl von Gräbern der Titanic-Opfer. Sie sind, je nach Konfession auf drei Friedhöfe der Stadt verteilt. Neunzehn von ihnen sind im Mount Olivet Catholic Cemetery, zehn im Baron de Hirsch Jewish Cemetery und 121 im protestantischen Fairview Lawn Cemetery begraben. Bisher konnten unter diesen 44 noch nicht identifiziert werden.

Halifax: größter Friedhof der Titanic-Opfer

Das Meeresmuseum von Halifax zeigt darüber hinaus eine recht interessante Titanic-Ausstellung. Ein 3-D-Film informiert über einen Tauchgang zum Schiffswrack von 1995, aus einer Zeit also, als die Wrackteile noch relativ gut erhalten waren.
Wenn man Halifax bereist, kann man allerdings nicht erwarten, einen Eindruck von der Stadt zu bekommen, wie sie zur Zeit der Bergungsaktion ausgesehen hat. Wie Cobh hat auch Halifax eine Katastrophe erlebt, die den Ort weit nachhaltiger berührt hat, als der Titanic-Untergang. Die Stadt wurde fast vollständig zerstört als dort 1917 im Hafen ein großes Munitionsschiff explodierte.

Pigeon Forge: die Titanic durch zwei

Wessen Interesse an der Titanic nach diesen Stationen noch nicht gestillt ist, der kann eine Fortsetzung der Tour in die USA erwägen. Allerdings handelt es sich hier ausschließlich um Orte, die keine direkte Beziehung zur Titanic haben. Die Titanic Historical Society unterhält ein Museum in Indian Orchard, Massachusetts (www.titanic1.org). Das Titanic Museum in Branson, Missouri behauptet von sich, das größte Titanic-Museum der Welt zu sein (www.titanicbranson.com). In Pigeon Forge, Tennessee gibt es einen Nachbau des Bugteils der Titanic im Maßstab 1:2 (www.titanicpigeonforge.com). Darin befindet sich ein Museum mit Rekonstruktionen des Treppenhauses der Empfangshalle, der Kommandobrücke und einzelner Passagierkabinen.
Ob man die vorgeschlagene Reihenfolge oder lieber eine Reise, die streng parallel zur historischen Tour der Titanic verläuft, wählt, ist Geschmackssache. Streng historisch könnte man die Tour also auch in Belfast beginnen, wo die Titanic am 2. April, damals das größte Schiff der Welt, in Dienst gestellt wurde und sie etwa über Southhampton-Cobh-Halifax fortsetzen. Oder man reist „gegen den Strom“, beginnt die Reise zum Unglückstermin am 14.-15.April in Halifax und setzt sie in umgekehrter Reihenfolge fort. Dies wäre angesichts des zu erwartenden Besucherstroms die wohl stressfreiere Variante. Welche Route man immer wählt: buchen sollte so bald als möglich! Sowohl Flüge als auch Unterkünfte werden knapp. In vielen Fällen wird es sinnvoll sein, den Reiseplan mit einem Reisebüro, das sich auf Individualreisen spezialisiert hat, abzusprechen.

Links:

Titanic-Gedenkreise mit der Balmoral (ausgebucht):
www.titanicmemorialcruise.co.uk/

Meeresmuseum Southampton:
http://www.southampton.gov.uk/s-leisure/artsheritage/museums-galleries/m...

Website des Titanic-Trail in Cobh:
http://www.titanic.ie/

Titanic-Viertel Belfast:
http://www.titanic-quarter.com/

Titanic-Museen in Belfast
http://www.nmni.com/titanic

Halifax, Titanic Resource Guide:
http://www.gov.ns.ca/nsarm/virtual/titanic/

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Wenn Sie an der Publikation des Textes und einiger Bilder aus Halifax und Cobh Interesse haben, wenden sich bitte an die Redaktion von travel-report.info.

Wenn Sie Ihre Nachrichten auch als "featured" hervorgehoben und an vorderer Stelle in den News sehen wollen, nutzen Sie unsere Premium Services.